Gauland: Brief an die Wähler der SPD

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Liebe Wähler der SPD!
Ich weiß, es ist schwer Sie davon zu überzeugen, mal etwas Anderes zu wählen. Schließlich haben Manfred Stolpe, Regine Hildebrandt und Matthias Platzeck dieses Land geprägt. Und Sie waren zufrieden und gaben weiter den Sozialdemokraten Ihre Stimme. Nun ist Dietmar Woidke bestimmt ein honoriger Mann. Nur, liebe SPD-Wähler, wer verantwortet das milliardenverschlingende Flughafen-Desaster, nachdem sich Klaus Wowereit aus dem Staub gemacht hat?
Unser Ministerpräsident lehnt es ab, den brandenburgischen Platz im Aufsichtsrat einzunehmen. Es wäre klug und bescheiden, wenn stattdessen ein Fachmann aus Brandenburg zum Zuge käme. Aber wieder ein Politiker? Das sieht ganz nach dem alten Politikertrick aus: Die Fäden in der Hand behalten und der Verantwortung ausweichen.
Und dann ist da noch die Sache mit dem Nachtflugverbot. Brandenburg stand erst wie ein Fels in der Brandung, kippte aber sofort um, als Berlin und der Bund ablehnten. Bürgerbefragung, Volksbegehren, Volksentscheid – alles schnell abgeräumt, für den Gleichklang mit den Partnern. Demokratie sieht anders aus  und Herr Woidke schwankt wie ein Halm im Winde. Ein Politiker muss auch harte Entscheidungen treffen können, zum Beispiel andere Lösungen suchen in Jüterbog oder Sperenberg. Schließlich war es nicht Woidke, der sich von Eberhard Diepgen über den Tisch ziehen ließ. Doch statt Standfestigkeit nur Ausweichmanöver.
Nein, Dietmar Woidke ist weder ein neuer Stolpe noch ein besserer Platzeck. Brandenburg wird unter Wert regiert und meistens auch unter Niveau.
Auch wenn es nicht reichen wird – man darf ja mal träumen von einer mutigen Regierung, die der Flughafen-Ruine den Todesstoß versetzt. Dietmar Woidke ist dafür nicht der Mann.
Mit freundlichen Grüßen

 

Alexander Gauland